Kategorie: Allgemein

Feinstaub-Ticket ab 8. Februar täglich bis 28. Februar

Winteroffensive Umwelt & Öffentlicher Verkehr:
Aktion „Meine Luft – Reine Luft“ wird ausgedehnt! Bis Ende Februar gilt Freitags-Vorteil nun täglich!


Foto: Land Steiermark

Umwelt- und Verkehrslandesrat Anton Lang präsentierte heute in Graz die aktuellste Maßnahme im Kampf gegen den Feinstaub. Und das ist ein echter „Hit“! „Aufgrund der äußerst ungünstigen Wetterlage herrscht in Teilen der Steiermark bekanntlich seit Tagen eine sehr hohe Feinstaub-Belastung. Aus diesem Grund wird die Aktion „Meine Luft – Reine Luft“ des Landes Steiermark nun ausgedehnt. So wird das Stundenticket in allen steirischen `Öffis´ ab 8. Februar nicht nur wie bisher jeden Freitag, sondern bis Ende Februar sogar täglich zum Tagesticket. „Für mich als Umweltlandesrat war es jetzt Zeit zu handeln! Wir müssen den Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr gerade jetzt besonders forcieren!“, so Lang.

Die Luftqualität hat sich in der Steiermark in den letzten Jahren wesentlich verbessert. Die Jahre 2014, 2015 und 2016 waren immissionsseitig die in der Steiermark am geringsten belasteten Jahre seit Beginn der flächendeckenden Luftgütemessungen Ende der 1980er-Jahre. Im Jahr 2016 wurden trotz schlechter Witteruns-Bedingungen am Start und am Ende des Jahres die erlaubten Feinstaub-Überschreitungstage eingehalten.

Wie sich in den letzten 10 Jahren sehr deutlich herausgestellt habe, zeigen in Sachen Luftreinhaltung vor allem mittel- bzw. langfristig geplante und genau durchdachte Maßnahmen entsprechende Wirkung. „Die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des Luftreinhalteprogramms Steiermark bestätigt dies eindrucksvoll“, so der Landesrat, der hier den Ausbau der Fernwärme in Graz mit über 1.000 Neuanschlüssen seit 2010, der mit 15 Mio. Euro von Landesseite gefördert wurde, besonders erwähnte. „Mit dem Ausbau der Abwärme-Nutzung der SAPPI-Gratkorn zur Fernwärmeversorgung in Graz haben wir im heurigen Jahr einen weiteren Meilenstein gesetzt.“

Im Verkehrsbereich waren es vor allem die Geschwindigkeitsbeschränkungen durch Verkehrsbeeinflussungsanlagen (kurz VBA-Anlagen), die Fahrverbote für Alt-LKW inkl. der Förderung der Neuanschaffungen, die Förderungen für Hybrid- und Erdgastaxis sowie die Maßnahmen zur Attraktivierung der Öffentlichen Verkehrsmittel sowie des Öffi-Netzes verbunden mit entsprechender Bewusstseinsbildung, die nachhaltig zur Reduktion der Feinstaubbelastung beigetragen haben. „Insgesamt sind in den letzten Jahren rund 40 Mio. Euro gezielt in die Verbesserung der Luftgüte investiert worden – dabei sind die Mittel, die über energietechnische Maßnahmen die Luftgüte ebenfalls verbessern, gar nicht mit berücksichtigt“, so Lang.

Vor 10 Jahren gab es an einzelnen Messstellen über 100 Überschreitungen pro Jahr mit einer Überschreitungshöhe von bis zu 400%. Seitdem ging die Feinstaubbelastung durch die konsequente Umsetzung des Luftreinhalteprogramms stetig zurück. 2014 wurden die EU-Grenzwerte erstmals flächendeckend eingehalten und somit ein laufendes EU-Vertragsverletzungsverfahren eingestellt. „Ich habe immer gesagt, zufrieden bin ich erst dann, wenn wir – unabhängig von meteorologischen Einflüssen – die Grenzwerte dauerhaft einhalten können. Als Verkehrslandesrat setze ich deshalb gerade jetzt im Besonderen auf Maßnahmen im Öffentlichen Verkehr“, so Lang.

Aktuell wurden folgende Maßnahmen zur Luftreinhaltung in der Steiermark eingeleitet bzw. umgesetzt:
• Umsetzung der beiden neuen obersteirischen S-Bahn-Linien S 8 und S 9 zwischen Unzmarkt und Mürzzuschlag – seit 11. Dezember 2016 erfolgreich in Betrieb.
• Installierung von permanenten Frontlade-Radarstationen auf der A2 bei Feldkirchen zur strengeren Überwachung der Tempo-100-Beschränkung auch für Nicht-Österreicher.
• Einführung eines permanenten IG-L 100ers zwischen Graz-Ost und Graz-West.
• Ausbau der Abwärmenutzung SAPPI Gratkorn zur Fernwärmeversorgung in Graz und Förderung von Fernwärme-Anschlüssen.
• Erhöhung der Förderungen für Solarwärme, Photovoltaik und Einführung einer Förderung für hocheffiziente Wärmepumpen.
• Förderprogramm für den Ankauf von E-Fahrzeugen.
• Förderprogramm für E-Carsharing-Projekte in Gemeinden.
• Förderung für E-Taxis, Hybrid- und Erdgas Taxis.
• Förderung für den vorzeitigen Ankauf von EURO 6 LKW.
• Beschluss der Landesstrategie und Förderung von Mikro-ÖV Projekten in Gemeinden.
• Weitere Umsetzung der Radstrategie Steiermark.
• Aktionen zur Bewusstseinsbildung und Erhöhung des Anteils am ÖV, wie die sehr erfolgreiche Aktion „Meine Luft – Reine Luft“, die nun ausgeweitet wird!
Aktion „Meine Luft – Reine Luft“ wird bis Ende Februar ausgeweitet!
Nun heißt es täglich: Stundenkarte = Tageskarte

Unter dem Motto „Meine Luft – Reine Luft“ geht es nach dem erfolgreichen Start dieser Aktion im letzten Winter auch heuer wieder darum, der Bevölkerung den Umstieg vom PKW auf den Öffentlichen Verkehr schmackhaft zu machen „Wir wollen mit dieser Aktion nicht nur PKW-Kilometer einsparen, sondern auch zum Testen des Öffentlichen Verkehrs als Alternative zum Auto anregen und so Neukunden gewinnen“, so Lang. Geplant war es, in den Monaten Dezember, Jänner und Februar an jedem Freitag von 0 – 24 Uhr, die Aktion Stundenkarte = Tageskarte anzubieten. Diese Aktion wird nun aufgrund der Feinstaubbelastung in meinem Auftrag bis Ende Februar täglich gelten! Dafür habe ich bei den verfügbaren Mitteln in meinem Umweltressort eine klare Priorität gesetzt. Die Gesundheit unserer Bevölkerung hat hier absoluten Vorrang“, so Lang.

Wer eine Stundenkarte löst, bekommt nun bis Ende Februar für die Zonen der gelösten Stundenkarte den restlichen Tag „dazu geschenkt“. Das heißt, mit dem Stundentarif kann man die Öffentlichen Verkehrsmittel den ganzen Tag nutzen. „In diesem Zusammenhang möchte ich mich sehr herzlich bei allen Beteiligten der Projektgruppe und hier besonders bei den Linien des Steirischen Verkehrsverbundes bedanken, die diese tolle Aktion unterstützen“, so der Landesrat abschließend.

Zum Thread im Forum…

Baufortschritt City-S-Bahn Weiz

Bei der Weizer City-S-Bahn geht es schön langsam in die Zielgerade:

In der oststeirischen Bezirkshauptstadt Weiz soll im Sommer die City S-Bahn in Betrieb genommen werden.
Dazu wurde auch bereits ein City-Shuttle Steuerwagen beschafft. (8073-119)
Während die Arbeiten an der Kreuzung Kapruner-Generator-Straße / Birkfelder-Straße schon ziemlich weit fortgeschritten sind, ist bei der neuen Endstation beim Schulzentrum doch noch einiges zu tun.

Hier gehts zum Thread im Forum..

Frohe Weihnachten 2016

Wir wünschen allen Mitgliedern und Gästen ein frohes Weinachtsfest und ein gutes neues Jahr!

Liebe User!
Liebe Gäste!

Ein sehr abwechslungsreiches Jahr ist fast vorüber und die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür.
Wir haben unser zehnjähriges Bestehen gefeiert und freuen uns auf die nächsten zehn Jahre.
Hiermit möchten wir uns bei allen Usern, Lesern und Gästen für die Treue bedanken!

Ein besonderer Dank gilt allen Wageneinsatzmeldern und auch all jenen, die durch ihre unermüdliche Schreib- bzw. Fotografierlaune immer wieder aktuelle Fotos und Berichte gepostet haben.
Ohne jeden einzelnen wäre das nicht möglich. – DANKE!

Wir wünschen allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie viel Glück, Erfolg und vor allem Gesundheit im neuen Jahr!

Euer

Styria-Mobile Team

30 Jahre fleißig unterwegs – Triebwagen der Baureihe 600

18.11.2016 TW 601 und TW 602 in der Laudongasse

Vor 30 Jahren, am 13. Dezember 1986 wurden die ersten beiden neuen sechsachsigen Einmanngelenktriebwagen der Öffentlichkeit am Grazer Hauptbahnhof vorgestellt. Als Ehrengast fungierte dabei Museumstriebwagen 22.

Für die zahlreichen Interessierten gab es im Anschluss an die Präsentation den ersten Einsatz im Linienverkehr auf der Straßenbahnlinie 6 mit Triebwagen 601.

Blicken wir noch fast drei Monate weiter zurück: In der Nacht vom 17.09 zum 18.09.1986 wurde der TW 601 von der SGP an die GVB geliefert.
Bereits einige Wochen vor der Überstellungins Gleisnetz der GVB fand unter Beisein von Stadtwerke-Generaldirektor Dr. Peter Schachner und Vorstandsdirektor Dr. Kurt Friedrich im SGP Werk Graz die erste Präsentation des neuen Wagens statt.

Am 13.10.1986 folgte TW 602. Die beiden Fahrzeuge wurden einer umfangreichen Erprobungs- und Testphase unterzogen, die auch zahlreiche Probefahrten in den Remisen und dann im Netz beinhaltete. Nach den vorgeschriebenen Bremsprobefahrten und Erlangung der behördlichen Genehmigungen stand der Präsentation nichts mehr im Weg.

Die Lieferung der Fahrzeuge erfolgte übrigens mittels Klettergleis vom SGP Gelände (zwichen Köflacher Gasse und Unterführung – Gleisbogen Richtung Westen) auf das GVB-Netz, von wo die neuen Wagen zuerst in die Remise III und danach in die Steyrergasse gebracht wurden.

Fakten

Aufgrund der Außerdienststellung der alten 1949/52 beschafften zweiachsigen Garnituren (BR 200) mit Holzaufbau, die auch von der Aufsichtsbehörde vehement gefordert wurde, mussten neue Fahrzeuge bestellt werden.

1984 wurden bei der Simmering-Graz-Pauker AG/Werk Graz zwölf sechsachsige Einmanngelenktriebwagen in Auftrag gegeben. Die Auslieferung dieser Fahrzeug erfolgte ab dem Spätsommer 1986. Die Kosten für eine Garnitur betrugen ATS 15 Millionen.
Wie in Graz üblich, wurde hier mit der geringen Fahrzeuggröße einmal mehr gespart: Linz bestellte im selben Jahr 16 fast baugleiche Straßenbahnen allerdings in der zehnachsigen Variante, die bereits 2012 ausgeschieden wurden.

Das äußere Erscheinungsbild der Triebwagenreihe lehnt sich an den deutschen Stadtbahnwagen M an.
Hinter der schräg gestellten Frontscheibe, befand sich der Brosebandkasten, der im Gegensatz zu den TW der Reihe 500 mittels Kurbel vom Fahrer zu verstellen war .

Zur Erleichterung des Einsteigens wurde – wie schon bei der Reihe 500 – eine ausfahrbare Schwenkstufe unter die 4 Doppelfalttüren eingebaut.
Die ursprünglich 27 Durofolsitze wurden im Laufe der Zeit mit Polsterungen versehen und mit 90 Stehplätzen ergab sich eine Gesamtfahrgastkapazität von 117 Personen.

Die Länge des Wagenkastens betrug 19,454 m. Die größte Breite wurde mit 2,27 m angegeben und der Achsstand betrug 1,8 m.
Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h.

Der wagenbauliche Teil wurde von der Simmering-Graz-Pauker AG/Werk Graz (in Lizenz nach Konstruktion DÜWAG) ausgeführt. Die elektrische Ausrüstung wurde von Siemens Österreich geliefert. Von den drei Drehgestellen sind das erste und das dritte „Triebdrehgestelle“ und das mittlere ein reines Laufdrehgestell.
Die beiden für 600V Gleichspannung ausgelegten Fahrmotoren (WD785) verfügen über eine Leistung von je 150 kW. Die Spannung der Fahrmotoren wird durch eine Thyristor-Gleichstromsteller-Steuerung stufenlos und verlustarm geregelt. Die Stromabnahme erfolgt über einen Halbscherenstromabnehmer der Bauart Siemens 8WL0264-0YG10. Als damalige Neuerung wurden erstmals bei Grazer Straßenbahnen GTO-Thyristoren verwendet, die erst ab Mitte der 80er Jahre für den Einsatz im Ankerkreis von Bahnmotoren eingesetzt wurden.

Wie bei der Grazer Straßenbahn üblich wurden auch diese Fahrzeuge mit Pedalsteuerung (Fahr-, Brems- und Totmannpedal) geliefert.
Für ein völlig neues Fahrgefühl (behutsames Anfahren, zügiges Beschleunigen und sanftes Bremsen) sorgt das Mikroprozessor-Wagensteuergerät der Siemens AG Österreich.
Der Vorteil des MC-Wagensteuergeräts liegt im Fehlererfassungssystem, wobei der Rechner die definierten Größen überwacht. Ein zusätzlicher Datenspeicher erlaubt jeweils die fortlaufende Erfassung und fahrtechnische Auswertung der letzten gefahren 4000m. Folgende physikalische Werte werden erfaßt: Geschwindigkeit, Motorstrom A- und B-Wagen, Fahrtrichtungsanzeigen, Brems-, Totmann- und Notbremsbefehl, Sandung, Fahrbefehl und Ansteuerung der Haltebremse. Diese Daten können durch Betätigen eines Tasters (Datenspeichersperre) in der Elektronik gespeichert und später in der Werkstätte abgefragt werden.

Drei voneinander unabhängige Bremssysteme gewährleisten die optimale Bremswirkung: Primär zum Bremsen dient die generatorische (E-) Bremse, wobei während des Bremsvorganges aufgrund der technischen Ausrüstung rund 20-25% Bremsenergie ins Netz zurückgespeist werden kann. Die nicht vom Netz aufgenommene Bremsenergie wird in Wärme umgewandelt. Die weiteren Bremssysteme sind die Magnetschienen- (4t) und die Federspeicherbremse.

Auch dem Schallschutz wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt: Um die Lärmbelästigung innen und außen so gering wie möglich zu halten, wurden Fußboden, Fahrgestelle und Verkleidungen mit schallschluckenden Materialien ausgelegt.

Die TW der Reihe 600 wurden anfänglich auf der SL 6 und in weiterer Folge auf allen Linien eingesetzt. Die SL 3 wurde Ende der 80er / Anfang der 90er Jahre meist typenrein mit dieser Fahrzeugtype betrieben, da von der SL 3 abends drei TW auf die SL 14 übergingen und dies mit Fahrzeugen ohne Blechtafel natürlich wesentlich einfacher war.

Anfangs waren die Fahrzeuge nicht sonderlich beliebt, da die Ausdünstungen des verwendeten Plastikbodens sehr stark nach Erbrochenem rochen, was sich mit der Zeit natürlich gelegt hat.

Niederflurmittelteile

Im Jahr 1998 bestellten die GVB bei Bombardier Transportation/BWS in Wien zwölf Niederflurmittelteile für die TW dieser Baureihe, welche ab Februar 1999 in die Fahrzeuge eingebaut wurden.

Ab 1993 mussten etliche, der aus Wuppertal gebraucht gekauften Fahrzeuge (Reihe 550) aufgrund von Altersschwäche abgestellt bzw. ausgemustert werden. Da sich eine Sanierung dieser Fahrzeuge nicht mehr auszahlte, verfolgten die GVB das Projekt „Einbau von Niederflurmittelteilen in die TW der Baureihe 600“:
Nach der Einholung einiger Angebote wurde aber wegen der hohen Beschaffungskosten dieser Mittelteile das Projekt vorerst nicht weiter verfolgt. Ein Mitgrund war, dass die Finanzierung für dieses Vorhaben nicht sichergestellt werden konnte.

Nach dem EU-Beitritt Österreichs und den ständig steigenden Fahrgastzahlen bei den GVB, konnten 1996/97 die GVB EU-weit Niederflurmittelteile ausschreiben.
Bestbieter für den wagenbaulichen Teil war Bombardier Transportation (BWS) in Wien. Den elektrischen Teil für die Niederflurmittelteile lieferte Siemens-Österreich. Die Kosten für die zwölf 7,8 m langen Niederflurmittelteile beliefen sich auf 57 Millionen Schilling und wurden nur zu einem geringen Teil aus Landesförderungsmitteln (Mineralölsteuer) finanziert.

Die Bestellung erfolgte im Jahr 1997.
Anfang Jänner 1999 war bei Bombardier Transportation (BWS) in Wien der erste Mittelteil komplett fertiggestellt, zwei weitere waren lackiert bzw. befanden sich im Rohbau.
TW 601 wurde am 13.01.1999 mittels Tieflader nach Wien in das Bombardier Werk transportiert, wo dann der Einbau des NF- Mittelteiles erfolgte.

Das Niederflurmittelteil hat drei Stufen zu je 21 cm zum bisherigen Wagenteil der Sechsachser und eine Einstieghöhe von 32 cm über der Schienenoberkante. Eine 1,3 m breite Doppelaußenschwenkschiebetüre ermöglicht das barierrefreie Einsteigen.
Im NF-Teil gab es ursprünglich 10 Sitzplätze und je einen Platz für einen Rollstuhl und einen Kinderwagen. Zwei Sitzplätze fielen letztlich dem Fahrscheinautomaten zum Opfer

Beim Rollstuhlplatz wurde eine Sprechanlage zum Fahrer, ein Notbremsgriff mit Notsignaltaste sowie ein blauer Aussteigewunschtaster installiert. Damit es mobilitätseingeschränkten Fahrgästen in Hinkunft möglich ist, die öffentlichen Verkehrsmittel in vermehrten Umfang zu benützen, wurde eine händisch ausklappbare Rampe im Niederflurmittelteil eingebaut. Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste bzw. Rollstuhlfahrer befinden sich an der Außenseite der 1,3m breiten Doppelaußenschwenktüre zwei speziell gekennzeichnete tiefergesetzte blaue Taster (zwei rote Taster sind in normaler Höhe an der Außenseite und an der Innenseite der Doppelschwenktüre angebracht und entsprechen den bisher gebräuchlichen Haltewunschtastern). Nachdem einer der blauen Taster gedrückt wurde, ertönt bei geöffneter Tür ein akustisches Signal und zusätzlich leuchten zwei orange Warnleuchten auf. Der Fahrer klappt die Rampe aus, und nachdem der Rollstuhlfahrer sich im Wageninneren befindet, diese wieder ein.

Durch den Einbau von 3 zusätzlichen Sitzplätzen im Hochflurteil und 10 Sitzplätzen im Mittelteil weist der verlängerte EGTW 40 Sitzplätze (bei einer Fahrgastkapazität von 167 Personen = +41%) auf.
Um das größtmöglichste Sitzplatzangebot zu erzielen, wurde von BWS eine spezielle Konstruktion entwickelt, um dieses Fahrzeug an die vorgegebenen Rahmenbedingungen (Hüllkurve) anzupassen.

Die Wagengesamtlänge erhöhte sich durch das Niederflurmittelteil (7,8 m) auf 27 m und das Wagengewicht auf 33,7 t. Die bisherigen Betriebsnummern 601 – 612 wurden auch nach dem Einbau der NF-Mittelteile beibehalten.
13 Drehgestelle (12+1 Reserve) wurden von ausgeschiedenen Wuppertaler Triebwagen bei BWS in Wien für den Einbau adaptiert.
Am 9.3.1999 wurde der verlängerte TW 601 wieder nach Graz gebracht.
Einige Stunden nach dem Abladen in Graz konnte der EGTW schon auf den GVB-Gleisen in Betrieb genommen werden. Die Bremsprobefahrt erfolgte am 12.3.1999 und die Verkehrsfreigabe erhielten die GVB per 1.4.1999.

Die erste Grazer (Teil-)Niederflurstraßenbahn wurde schließlich am 6.4.1999 am Jakominiplatz der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das Fahrzeug wurde versuchsweise mit einer LCD-Anzeige der Fa. ASCOM ausgestattet, die sich aber nicht bewährte.
Die übrigen 11 NF-Mittelteile wurden im 14-tägigen Turnus per Tieflader nach Graz gebracht und in der GVB-Werkstätte durch die Lieferfirmen Bombardier und Siemens in die TW 602 – 612 eingebaut.

2000 bis 2001 wurden die Fahrzeuge, wie auch die TW der Baureihe 500 mit modernen Matrixanzeigen anstatt der Brosebandanzeigen ausgestattet, wobei zusätzlich auf der Türseite zwei Anzeigen für Linie und Ziel sowie auf der türlosen Seite zwei Anzeigen für die Liniennummer installiert wurden.

2010 wurde in den Niederflurmittelteil der Fahrscheinautomat eingebaut.

Die zwölf Fahrzeuge sind sowohl bei den Fahrgästen als auch beim Fahrpersonal sehr beliebt, einerseits aufgrund der guten Fahr- und Bremseigenschaften, andererseits aufgrund der Niederflurigkeit. Wegen der bewährten Drehgestelltechnologie sind diese Fahrzeuge im Gegensatz zu den 100% Niederflur – Multigelenkwagen der Baureihen Cityrunner und Variobahn natürlich wesentlich schonender für Mensch und Schiene. Aus diesem Grund werden diese Fahrzeuge sicher noch lange das Grazer Stadtbild prägen.
Vielleicht können sich die Graz Linien ja künftig für eine bauliche Abtrennung des Fahrerplatzes begeistern, wie es einige Betriebe in Osteuropa mit ihren Altbaufahrzeugen praktizieren. Durch eine solche Abtrennung samt Klimatisierung sowie Einbau von Kameras wären die Fahrzeuge für das nächste Viertel-Jahrhundert gerüstet.

Hier die Bilder in der Fotogalerie zum Durchklicken:

Vorgezogene Gemeinderatswahlen 2017

Jetzt gibt es vorgezogene Gemeinderatswahlen und alle Parteien geizen nicht mit Schuldzuweisungen an die Kollegen.
Die Ursache liegt darin, dass Schwarz / Rot / Blau eine Volksbefragung (Murkraftwerk) für unmöglich erklären und die KPÖ daher dem aktuellen Budget nicht zustimmen wird.Das „freie Spiel der Kräfte“ von BM Nagl hat nach dem Ausstieg der FPÖ nun ein weiteres Mal versagt.
Der Verkehr – allen voran der MIV – in der Landeshauptstadt ist in den letzten Tagen teilweise aufgrund von Baustellen, aber auch wegen Verkehrsüberlastung mehrmals völlig zum Erliegen gekommen. Davon ist – mangels eigener Trassen – auch der Öffentliche Verkehr massiv betroffen gewesen und Verspätungen von mehr als einer halben Stunde waren keine Seltenheit. Leider interessiert scheinbar niemanden, dass hier viele Ressourcen verloren gehen, die man wesentlich sinnvoller nutzen könnte. Doch statt dem Umweltverbund den uneingeschränkten Bonus zuzugestehen und alles zu tun um den Modal Split dahingehend zu verändern wird weiter mit größter Kraft an Projekten festgehalten, die dieses große Problem der Stadt Graz nicht lösen können. Millionen von Euro werden für Traumgondeleien ausgegeben, während der so dringend erforderliche Straßenbahnausbau einmal mehr nach hinten verschoben wird, weil die Stadtregierung nicht mehr arbeitet.

Wenn Graz regelmäßig im Verkehr erstickt, wie es die letzten Tage der Fall war, werden sich Investoren auch zweimal überlegen, sich in so einer Stadt niederzulassen, wo die Infrastruktur des Öffentlichen Verkehrs in den 1970er Jahren steckengeblieben ist. Mehrere Studien, die von der Stadt in Auftrag gegeben wurden, haben ergeben, dass für Graz ausschließlich der Ausbau des Straßenbahnnetzes zielführend ist und kein anderes Verkehrssystem sinnvoll ist. Trotzdem träumen manche Politiker und Holding-Verantwortliche von einer Seilbahn als adäquates Mittel, dem angeschlagenen ÖV in Graz auf die Sprünge zu helfen. Die Durchpeitschung des Speicherkanals könnte auch durchaus als Grundsteinlegung für den Bau der Fundamente für die Gondelsteher dienen. Graz hätte mit einer Murgondel durchaus eine interessante nagelneue Touristenattraktion, die aber niemals ein gut ausgebautes Straßenbahnnetz ersetzen könnte.
Mehrere Buslinien in Graz sind an der Grenze ihrer Kapazität angekommen und sollten nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht schon seit Jahren auf Straßenbahn umgestellt sein. Die zahlreichen neuen Siedlungen, vor allem im Südwesten der Stadt, tragen auch nicht zur Entspannung der Situation bei. Gelenkbusse mit einem Takt von unter 5 Minuten würden langfristig nicht ausreichend sein, um eine bedarfsgerechte Frequenz zur Verfügung stellen zu können. Hier bedarf es neuer Straßenbahnlinien mit zeitgemäßen 40-Meter Straßenbahnen, die eine ausreichende Kapazität und Laufruhe aufweisen sowie auf baulich abgetrennten Trassen mit attraktiven Fahrzeiten verkehren können. Elektrobusse, die ja aufgrund des in Kürze startenden Probebetriebes so hochgelobt werden, sind als Ersatz für Dieselbusse zu begrüßen, allerdings stellen E-Busse niemals einen geeigneten Ersatz für eine Straßenbahnlinie dar. All das scheint bei den derzeit „regierenden“ Parteien ÖVP, FPÖ und SPÖ zwar grundsätzlich bekannt zu sein und man gibt auch vor „Pro Bim“ eingestellt zu sein, bei näherer Betrachtung merkt man aber, dass dann doch im Ernstfall pro MIV und Contra Bim entschieden wird.Es wird Zeit, dass Graz endlich eine Regierung bekommt, die die Beine für den ÖV in die Hand nimmt und die Versäumnisse der letzten 50 Jahre aufholt: Die Kurz-Straßenbahnausbauten nach Eggenberg/UKH, Puntigam und zur MED- Uni sind neben des vom Spar Konzern initierten Ausbaus der Linie 4 zum Murpark nur ein Tröpfchen auf den heißen Stein und das jahrzehntelange Ringen um die Straßenbahnlinie 6 führte auch zu einer viel zu späten Inbetriebnahme der Straßenbahn. Alles in allem wird es Zeit, sich an Linz zu orientieren und endlich zu handeln.Betriebliche Dinge, wie endlich eine gescheite Fahrgastinformation oder zB ein WLAN in den Fahrzeugen zu bekommen steht auf einem anderen Blatt.